Meerfahrt

(„Mein Liebchen, wir sassen beisammen“)

  • Werknummer: op. 18, Nr. 4
  • Textdichter: Heinrich Heine
  • Tonart: Fis-Dur
  • Taktart: 2/4
  • Tempo/Vortragsbezeichnung: Andantino con moto.

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    "Liszt's Broschüre spricht sich über meine Relationen zu den Dichtern eingehend aus u. drängt diese Untersuchungen in den "Worten zusammen: „Besonders eigentümlich ist Franz die Fähigkeit des Zurückbiegens der dichterischen Pointe, die ihn stets vor einem Nebeneinander bewahrt". Demnach componire ich den Text nicht, wie er sich in der Zeit entwickelt, sondern beleuchte ihn von jenem Kernpunkte aus. Ist dieser erst entdeckt u. hat er seine musikalische Formel, die sich als Motiv darstellt, gefunden, dann macht sich alles Uebrige wie von selbst. Als Beispiel diene Heine's „Meehrfahrt“ op. 18, Nro. 4. Der erste Vers, abgelöst von den übrigen, verlangt entschieden eine heitere Behandlung; auch der zweite schliesst sie keineswegs aus; sogar die ersten beiden Zeilen des dritten widerstreben ihr nicht — nun kommen aber die beiden letzten Zeilen anmarschirt u. werfen alle Fidelität rücksichtslos über den Haufen! — Wäre ich nun der Entwicklung des Textes auf Schritt u. Tritt nachgegangen, so kam für den ersten Vers ein venetianisches Gondellied zu Stande, für den zweiten etwas Geisterspuk, für den Schluss endlich eine Portion grimmen Weltschmerzes. So verhielt ich mich aber nicht, sondern liess schon im ersten Verse durchscheinen, welche Herrschaften „traulich im leichten Kahn" sitzen."


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