Vom Berge

(„Jetzt steh ich auf der höchsten Höh“)

Jetzt steh ich auf der höchsten Höh
   Und lug' in das Land hinein,
Ob ich nicht mein' Herzallerliebste seh,
   Aber ach! es kann nicht sein.

Wär's nicht zu weit, zu weit von hier
   Bis zu der Liebsten hin,
Wär' ich lange schon bei ihr, bei ihr,
   Der ich nun so ferne bin.

Sie sitzet wohl am Fensterlein
   Und schaut hinaus in die Fern',
Und flüstert leis "Vergißnichtmein!"
   Lieber Schatz, ich käme gern.

Als die erste Frühlingssonne schien,
   Zog ich aus in den jungen März,
Wenn die Vögel in den Mittag ziehn,
   Komm ich an dein warmes Herz.


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